Joanne Rowling §

Die arme Frau, die so reich geworden ist, dass man sie bedauern müsste

Harry Potter

Über das Werk

Da hat sie sich Mühe gegeben. Ein Besuch in Frau Rowlings Herkunftsregion zeigte allerdings, dass sie nicht viel Fantasie benötigte um ihre Gewaltorgie zwischen 14 Buchdeckel zu fassen.

Im Grunde genommen ist es ein Rätsel, wieso ausgerechnet diese Geschichte so erfolgreich war. Vermutlich war es ein genialer Vermarktungszug des Verlages. Denn wie anders kann man eine wirklich grosse Meute potentieller Kunden in einen kauflüsternen Mob verwandeln, wenn noch nie einer der Beteiligten eine Seite aus dem Buch gelesen hat?

Wie dem auch sei, es ist eine nette, völlig normale gewalt- und sextriefende Geschichte mit dem besonderen Trick, dass beides nicht unmittelbar angesprochen wird. Wie es sich für die katholisierte westliche Welt gehört, wird - wenn schon - lieber über Gewalt als über Sex berichtet. Das grosse Zauberkunststück von Frau Rowling besteht darin, dass sie die Stellen, in denen sie den Gewaltbedürfnissen der Zielgruppe Rechnung trägt, so verpackt, dass sie keine Wirkung entfalten. Sie hinterlässt die Leserschaft also immer unbefriedigt, mit dem Gefühl, dass die Befriedigung beim nächsten mal eintreten könnte. Bekanntlich ist das ja das Erfolgsrezept aller Serien.

Originalschrift

Das Original ist einfach original, was nicht auffallen würde, wenn es nicht Übersetzungen gäbe. Es ist scheinbar in einer lockeren jungendgerechten Sprache geschrieben und geht den Lesern der Hörbücher ebenso locker über die Lippen. Steven Frey ist natürlich unübertroffen. Leider hat er nicht alle Hörbücher gelesen.

Deutsche Übersetzung

Vielleicht sollte man es eher 'Versuch einer wörtlichen Übertragung' nennen. Der Übersetzungsdienst von Google hätte es nicht viel schlechter machen können, er hat auch keinen Sinn für Humor und versteht nicht was er übersetzt. Für die, die im Grossen und Ganzen wissen wollen worum es geht, lohnt sich die Anschaffung der deutschen Bücher nicht. Hörensagen ist nicht viel hohler als das was dem Leser der deutschen Ausgabe angeboten wird.

Inhalt

Ein bedauernswerter Waisenknabe entpuppt sich als Zauberer und besiegt das Böse. Und ja - es gibt Mord und Totschlag.

Die Filme

Der erste Film war schwach, der zweite schwächer, der dritte schlecht und der vierte setzte neue Massstäbe auf der Negativ-Skala. Der vierte Film wurde nur noch vom fünften unterboten und der wiederum vom sechsten. Der siebte Film ist in seinem zweiten Teil eine Zumutung nie da gewesenen Ausmasses während der erste Teil eher enttäuschend war, er einhielt schlicht keine Handlung. Das haben wir in den Filmen vier bis sechs schon übler umgesetzt gesehen.

Ich hatte die Grosse Freude, den sechsten Film gemeinsam mit einem Menschen zu sehen, der das Buch nicht gelesen hatte. Diesen Menschen habe ich anschliessend gefragt, ob er eine Handlung erkennen konnte, was er auf der Stelle aufrichtig verneinte. Es ist interessant, dass man soetwas erreichen kann. Im sechsten Film gibt es keine einzige Szene die mit dem Buch übereinstimmt. Selbst sinnlos hinzugefügte Szenen (also solche, die im Buch gar nicht vorkommen) widersprechen dem Inhalt des Buches anstatt ihn zu befördern. Faszinierend! Film 7.2 ist der totale Aussetzer. Was der Filmgeschichte des Harry Potter nach mehr als zehn Jahren einen würdigen Abschluss verpasst.

Andere Werke

Werden erwartet. Einige unbedeutende sind bereits erschienen. Frau Rowling versucht scheinbar ein umgekehrter Tolkien zu werden. Sie will nach der Veröffentlichung ihres Werkes die Welt darum erschaffen. Wäre sie nicht so arm, würde ich dieser Entwicklung weiter folgen. Aber so habgierig wie sie ist, traue ich ihr nicht zu, die Höhen ihres Hauptwerkes jemals wieder zu erreichen. Allerdings habe ich ohnehin den Verdacht, dass Frau Rowling nicht alle sieben Bücher selbst geschrieben hat. Dafür sind sie zu verschieben. Es ging schliesslich um sehr viel Geld! Da lässt der Rechteinhaber keine Luft 'ran.

Wenn Frau Rowling die Bücher vier bis sieben auch nur gelesen hätte, hätten die Filme nicht so fern von den Büchern gespielt.

- 21.03.2010 bis 01.09.2011 -

Abgehört