Herr aller Dinge §

Wie so oft, der Klappentext schrammt am Inhalt vorbei

dafür verrät er zuviel von der Handlung. Vergisst man den Klappentext ist die Annäherung an den spannenden Teil dennoch streckenweise etwas langwierig, aber man kann es überstehen.

Ich würde nicht sagen, dass "Herr aller Dinge" ein extrem gute Buch ist, da habe ich dramaturgisch Besseres gehört - allerdings selten. Ich denke, dass es auch ein Buch über eine gewaltigen Liebe ist. Da ich Liebesromane in der Regel als langweilig empfinde, sind es eben diese Teile, die mich von einer besseren Bewertung abhalten. Also 4.5 von 5 Sternen - oder so ;-)

Da das Buch auf dem Buchmarkt 'durch' ist, also nicht mehr in den Regalen steht, und nur noch online bestellt werden kann (Spartenläden mögen hier eine Ausnahme machen) darf ich vielleicht noch etwas mehr verraten als der Klappentext.

Es geht um einen Mann, eine Frau, Lebenswege und Entscheidungen :-D

Das Hörbuch

Nach dem Start der Wiedergabe fällt zunächst auf, dass dieses Buch zu der Kategorie zählt, dass mit Musik 'aufgehübscht' wurde. Wenn Hörbuchmacher Musik einspielen, habe ich immer den Verdacht, dass sie das Buch als solches für nicht gut genug halten.

Dieser Eindruck täuscht aber. Das Buch ist, besonders als Hörbuch, ein überwiegend grossartiger Genuss. Der Vortrag gehört zu den besseren. Matthias Koeberlin rangiert nur kurz hinter Rainer Strecker und Hans Korte. Vielleicht ist es in Deutschland üblich, Hörbücher mit Musik zu versehen. Eine Art religiöser Glaube der Hörbuchmacher?

Liebe Hörbuchmacher: Ein Hörbuch ist kein Musikwerk!

Der einzige Fall, der mir bisher begegnet ist, bei dem die Musik im Hörbuch die Geschichte wirklich transportiert und auch dramaturgisch einigermassen sinnvoll und hilfreich erscheint (darum nicht stört), ist "Dune". Aber ich schweife ab.

Das Hörbuch "Herr aller Dinge" ist gut. Trotz des Hochverrats auf der Klappe, es lohnt sich:

- 26.05.2012 bis 26.05.2012 -

Abgehört