Buchpreiskunst §

Die Buchpreisbindung ist Kulturförderung

Kulturförderung

Buchpreisbindung ist sozusagen ein weiteres Bein der Kulturförderung.

Wie die Rundfunkgebühren, die dazu führen, dass es den sinnlosen staatlichen Rundfunk noch gibt, der keine wirtschaftliche Existenzgrundlage hat aber Sendungen ausstrahlt, für die es kein ausreichendes Publikum gibt (Förderung von Minderheiten), führt auch die Buchpreisbindung zur Existenz von Büchern, die keine wirtschaftliche Existenzgrundlage haben aber vielleicht den einen oder anderen Kunden finden.

Da Buchpreisbindung klar und offen der Quersubvention sinnloser, erfolgoser, marktunreifer und letztlich unverkäuflicher Produkte dient, würden Umweltfanatiker auf der einen Seite an die ebenso sinnlose Abholzung der Regenwälder erinnern, die der Produktion sinnlos zu bedruckendem Papiers zum Opfer fallen. Auf der anderen Seite kann man nicht von der Hand weisen, dass Verlage im Grossen und Ganzen von Idioten und oder Feiglingen regiert werden. Denn wenn das nicht der Fall wäre, wäre eine Buchpreisbindung unnötig, dann würden Verlage nämlich wirtschaftlich und gesellschaftlich richtig handeln und wären auf Subventionen nicht angewiesen.

Ein Beispiel ist die Laufbahn des ursprünglich völlig unbekannten Vicci von Bülow, der ohne den wahnsinnigen Verleger Daniel Keel kürzlich als völlig unbekannter und ebenso unbedeutender Kolumnist verstorben wäre.

Aha, guter Einwand! Tut mir leid, das war gar nicht der Buchpreisbindung zu verdanken, sondern dem Einsatz des Herrn Keel für eine Sache, die deutschen Verlage bereits als verloren einstuften obwohl ihnen die Buchpreisbindung Mittel in die Hand gegeben hat, die sie hätten einsetzen können. Naja, es klappt nicht immer mit den Beispielen aus dem Leben. Ich versuche es darum etwas allgemeiner:

Manchmal

Manchmal kann es Bücher geben, von denen doch dieses oder jendes Exemplar verkauft wird, obwohl sich fast 100% der Buchkunden nicht dafür interessieren. Manche Bücher werden verkauft und dienen dem Zweck den beschenkten zu foppen. Andere werden verkauft und machen einen guten Eindruck um Bücherregel.

So oder so, Bücher, von denen womöglich zu wenige Stück verkauft werden, würde nicht aufgelegt weil deren Stückpreis bei tausenden von Geldstücken lägen und jedes Schulmädchen weiss, dass das niemand bezahlen würde, oder? Nicht um seinen Kollegen zu foppen jedenfalls!

Andere würden nicht aufgelegt weil die Verlage, regiert von Idioten und Ignoranten, sie nicht verlegen wollen weil sie sich keinen Profit davon versprechen. Und doch, es besteht die Möglichkeit, dass es hier und da ein Autor zu einem Namen bringt weil seine Bücher verlegt wurden obwohl der Verlag sie für überflüssig hielt.

Obgleich damit der Teufel mit dem Belzebuben ausgetrieben wird, könnte eine Buchpreisbindung dazu führen, das Verlage experimentierfreudiger handeln als sie es täten wenn es keine Buchpreisbindung gäbe. Mir fällt kein konkretes Beispiel dafür ein, aber ich bin mir sicher, dass so etwas bereits passiert ist.

Interessenslage

Wenn Sie also meinen, dass Ihre Lieblingsliteratur ohne Buchpreisbindung nicht verlegt würde oder dass Ihre Bücher nicht die sind, die von der Masse gekauft werden - die infolge der Buchpreisbindung also übertreuert verkauft werden - dann stimmen Sie für die Buchpreisbindung! Beispiel: Wenn Sie sich nicht für Harry Potter interessieren oder den letzten Biss eines Vampirs, wenn es Ihnen also gleichgültig ist, ob diese Bücher für 120 oder 28 Schweizer Franken verkauft werden, dann sind Sie höchstwahrscheinlich jemand, der von der Buchpreisbindung profitieren könnte. Stimmen Sie dafür!

Unklarheit

Wenn Sie ein schlechtes Gewissen haben und glauben, dass Sie sich eigentlich mehr mit echter Kultur befassen sollten und ausserdem glauben, dass Ihre Literatur eher Schund ist, beruhigen Sie ihr Gewissen und stimmen Sie für die Buchpreisbindung. Andere werden dann für Ihr Geld die Bücher kaufen können, die Sie kaufen sollten. Das ist fast so gut als hätten Sie sich eins gekauft. Noch besser, Andere würden sie vielleicht sogar lesen.

Verlorenheit

Wenn Sie nicht wissen was Kultur ist aber unsicher sind und glauben, dass man sie für Geld kaufen kann, stimmen Sie für die Buchpreisbindung um Anderen zu ermöglichen, über diese Frage trefflich zu streiten! Kaufen Sie sich dann bitte auch einen Fernseher und schauen sie im Staatsfernsehen die Gespräche über Kunst und Kultur, denn Sie bezahlen das schliesslich alles.

Verzeihung, das war ein niederer Scherz. Sie müssen das nicht alles lesen und anschauen, es genügt wenn Sie es bezahlen.

- 21.01.2012 bis 14.02.2012 -

Gedacht